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DRITTER IN DER DEUTSCHEN MEISTERSCHAFT   (2005-10-10)
Wer vermeinte, dass in einigen Klassen und Divisionen der einzelnen Deutschen Automobilmeisterschaften bei den beiden letzten „Waffengängen“ die „Flotte-Streiter-GmbH“ in Oscherslebens BERU-TOP 10 –Szene eventuell largiert hätte, nur weil ein Teil der Titel bereits zuvor vergeben worden waren, hatte sich arg getäuscht. Anfang Oktober gabs bei warmherbstlicher Witterung mehr Schrott denn je zuvor. Ganz vorne in der ersten Reihe der „Kaltblechverformer“ zwar die jungen Stürmer in den beiden Monoposto-Klassen (F3 & Formel-Renault), aber den Vogel schoss jedoch ein junger Draufgänger aus Österreich mit einem filmreifen „Jabadabaduu-Helikopter-Überschlag“ ab, der sogar Eiskunstlauf-Juroren im sibirischen Winter eine 6.0 entlockt hätte. Ein anderer älpischer Speed-Kapazundi wiederum verdankt zwei Mitbewerbern, die sich 30 Meter vor der ultimativen finish-line noch ein kräftiges „Ping-Pong“ mit sehenswertem Abgang gaben, seine Meisterschafts-Bronzemedaille, die er glücklich, aber höchst ungläubig in Empfang nahm. Und wer glaubt, dass in der Börde-Landschaft rund um Magdeburg nur gesächselt worden wäre, der lag diesmal sowieso völlig falsch, denn im Fahrerlager fand man ausgelassene Hundertschaften feucht-fröhlicher Oberösterreicher. Kurz : Der „ADAC-Börde-Preis“ ADAC Niedersachsen/ Sachsen-Anhalt stand recht deutlich mit im Zeichen der paar Österreicher, die an Ort und Stelle waren. Fazit : Die rot-weiß-roten Herren Proscyk, Winter (beide Ford Fiesta Cup) und Plöderl (DPM) schrieben ein wenig Geschichte, Treml (DPM) & Dablander (Toyota Yaris Cup) boten eine entsprechende Leistung, Wolf (Renault Clio) Zöchling (Formel- Renault) hatten schon schönere Wochenende.

Der „Lachende Dritte“

Vor den beiden letzten Läufen zur DPM war der Schweizer MG-Pilot Mathias Schläppi bereits fix Champion geworden. Der im Ranking zweitplazierte Steirer Wolfi Treml hätte höchstens durch einen karibischen Woodoo-Zauber noch von dieser Position verdrängt werden können. Daher blieb der zu erwartende Zweikampf zwischen dem Deutschen Rainer Bastuk (MG) und Sascha Plöderl, die lediglich ein magerer Punkt voneinander trennte, hinsichtlich Meisterschaftsentscheidung das Herzstück des DMSB-Finales. Ein wenig „Pfeffer“ erwarteten sich die Insider vom DPM-Comeback des neunmaligen früheren Laufsiegers Franz Engstler, der für sein BMW-Team zusammen mit dem Malayen Farique Hairuman die Auseinandersetzung in der Motorsport Arena Oschersleben“ als Test für sein Tourenwagen-WM-Debut in Macao Ende November auserkoren hatte. Aus alpenländischer Sicht sei positiv vermerkt : Treml konnte erstmals in einem sequentiellen 6-Gang-Getriebe herumstochern und Plöderl hatte erstmals jene Hinterachsübersetzung, die ihm seit Magny Cours fehlte. Zudem hatte der Ford-Motor des Grieskirchners eine leichte Überarbeitung erhalten, die für „sichere Ränge auf dem Stockerl“ sorgen sollten.

Schon beim ersten Training stand fest : Jene 60 Kg Mehrgewicht, die die Herren Schläppi, Plöderl und Treml mit sich führten, lassen diese gegen den „leichten“ Engstler alt aussehen. Und Plöderl vermeinte dann beim morgendlichen warm up erneut zum Pechvogel des Tages zu werden, weil aus den Kurven heraus der Ford-Triebling das Gas nur sehr zögerlich annahm. Bei RS-line wechselte man sämtliche Kabel, ein guter Schachzug, weil der giftgrüne Ford hinter Engstlers Bayrischem und Schläppis schwarz-grünem Maurer-MG schon als Dritter ins erste Nadelöhr schoss. Nach 13 Runden war für die IPZ’ler die Welt so halbwegs in Ordnung, weil Plöderl seinem Rivalen Bastuk (5.) bereits den heißt umkämpften Endrang abgenommen hatte. Engstler und der als Siebenter gewertete Hairuman erhielten als Gastpiloten keine Punkte.
In der Aufwärmrunde zum zweiten DPM-Lauf-Start neuerlicher Schock für Plöderl: Das Auto rollte im Schritt-Tempo in die Box : „Die Kupplung ist im Arsch“, war zwar verständlich, der Start hinter dem Feld her aus der Boxengasse jedoch das Ende vom Traum vom 3. Gesamtrang für Plöderl.

Wenn es da nicht die alte Mähr’ vom „Erstens kommt es anders“ gäbe. Der Oberösterreicher wischte bis zur letzten Runde zwar durch die Felder der Division 3 und 2 durch wie ein heißes Messer durch die Butter, die Kollegen vom eigenen Lager waren zwar in Sichtweite, aber mehr eben nicht. Und die marode Kupplung lag in den letzten Zügen. Da machte sich für Plöderl das Glück in dieser Saison erstmals bemerkbar: Echte 30 Meter vor der ultimativen Ziellinie schoss Schläppi mit reichlich overspeed noch in die Weichteile des Treml-Ford, so dass beide die Zielflagge nur von der Rasenperspektive sahen, aber eben nicht wirklich. Die Folge : Der ursprünglich auf Rang sieben vermeinte Plöderl musste von seinen rund 200 aus Oberösterreich herangekarrten Schlachtenbummlern ungläubig erfahren, dass er es „doch noch geschafft hätte“. Nämlich Dritter in der DPM zu werden. Weil Bastuk durch den „Abgang“ der beiden Blechbravados schließlich nur mehr einen Rang besser klassiert war als Plöderl, nun die beiden Kontrahenten punktgleich wären und das Regelwerk jenen Fahrer als den erfolgreicheren „ausspuckt“ der die bessere Einzelklassierung nachweisen kann. Das war in diesem Fall der Österreicher, der in Assen einen Lauf für sich entscheiden konnte.
Der lachende Dritte
Redakteur: Claus-Peter Pozdnik
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