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2006 noch Überraschungsmann   (2007-07-23)
2007 der gehetzte Leader

Plöderl durch „Rallye Sprint“ – Absage nun Rechenkünstler
Beim Test-Tag in Pregarten ging vieles „schief“

Der gebürtige 34jährige Schlüsselberger SASCHA PLÖDERL und seine Kopilotin DANIELA BAYER aus dem steirischen Gröbming liegen derzeit und damit vor dem ARC-Wertungslauf „mywave“- MÜHLVIERTEL-RALLYE 2007 am kommenden Sanmstag rund um Perg – jeweils – in Führung der Punkteliste. Das IPZ Rallye-Team will seinen Punkterang verteidigen.

Durch die Ende der Vorwoche bekannt gewordene kurzfristige Absage der Mitte August geplanten „Rallye Sprint“ auf den Latifundien des vormaligen Rallye-Staatsmeister Graf Ernst Harrach, gibt es heuer nur mehr 2 ARC-Wertungsläufe, daher auch nur mehr 2 Mal die Möglichkeit, die derzeitige Position in dieser Meisterschaft zu verbessern oder zu verschlechtern.

Für Sascha Plöderl ist das Antreten bei dieser Top-Rallye-Veranstaltung am kommenden Samstag im oberösterreichischen Mühlviertel dadurch „mehr als eine richtungsweisende Vorentscheidung für die Vergabe des Titels“. Und auch für Saschas Kopilotin Bayer, sowie das IPZ- Rallye-Team.

Bekanntlich heißt es ja, ein „verpatzter Test ergibt eine gute Premiere“ : Plöderl könnte sich also entspannt zurück lehnen, da er vergangenen Samstag in Pregarten beim TRT – Testtag keinen Grund zur Freude hatte. Denn da hat der Motor des Mitsubishi EVO III gestreikt und man konnte keine erfreulichen Ergebnisse sammeln.

Wir haben daher Sascha Plöderl kurz vor der für Ihr nunmehr noch entscheidenderen Rallye befragt, wie’s denn so ist, erstmals in seinem Leben als Rallye-Pilot auf einer Strecke anzutreten, die er bereits kennt. Denn bisher war der Hausruckviertler immer „in unbekanntes Land“ losgefahren.

Exakt im Vorjahr – ebenfalls bei der „Mühlviertel – Rallye“ – begann die Rallye-Laufbahn des schnellen Oberösterreichers: Damals als Neuling und mit dem Ziel, nur das Ziel zu schaffen. Heuer allerdings als ARC-Leader und mit dem Ziel, sich von der Konkurrenz noch mehr in Richtung ARC-Titel abzusetzen. Plöderl : „Wenn’s geht, ohne Ausrutscher und sicherlich nicht mit der Brechstange !“

Daher : Einige Fragen an Sascha Plöderl im Hinblick auf die Rallye am Samstag und die Chancen in seinem allerersten vollen Rallyejahr gleich den Titel mit nach Hause, also erstmals auch nach Oberösterreich zu tragen.
Fragen an Sascha
Gibt es durch die plötzliche Absage eines ARC-Wertungslaufes für Dich eine markante Veränderung der Ausgangslage für das bevorstehende Ereignis „Mühlviertel-Rallye“ ?

Die Situation kommt meiner Arithmetik entgegen : Ich führe zur Zeit im Championat und je weniger Wertungsläufe bis zum Saisonfinale stattfinden, desto weniger wird meinen Kontrahenten eine Möglichkeit geboten, mich einzuholen, oder gar noch zu überholen. Da ich im Punkte-Ranking zur Zeit weit vorne liege, schränkt sich bei noch zwei offenen Rallies die Gegnerschaft auf max. 2 Gegner ein. Auf Schmollngruber und Huber, beide vom TRT Tragwein. Die müssen bedeutend vor mir liegen, um dann beim Finale noch eine Chance zu haben, mich einzuholen. Außer : Ich hau’ mich von der Piste und gebe w.o. ! Einen Ausfall dürfen Dany und ich uns weder hier vor meinem Publikum, noch später in der Wachau leisten !“ Denn – gesetzt dem Fall, ich schreib e keine Punkte, dann haben sowohl „Schmolli“, wie Huber noch eine echte Chance !“

Erstmals in Deiner 2. Motorsport-Karriere kommst Du auf eine Rallye-Strecke, die Du bereits kennst. Ist das ein Vorteil ? Heißt das, dass Plöderl nun noch schneller wird ?

Nein, sicherlich nicht, auch wenn ich bei jenen Stellen, bei denen ich im Vorjahr nur mit viel Glück durchkam, heuer mehr aufpassen werde. Ich möchte klar stellen, dass ich heuer beim Rest der gefahrenen Rallies keine zuvor von diesen gekannt habe und eine davon sogar gewonnen habe und bei zwei weiteren jeweils Zweiter wurde, was verdeutlicht, dass ich auch bei Veranstaltungen, die ich noch nie zuvor gesehen habe, kräftig Gas geben kann. Wir alle dürfen zwar – im Gegensatz zu den Top-Cracks der ÖM - nicht soviel trainieren, sondern, da die Streckenführung erst am Vortag bekannt gegeben wird, dreimal über die Piste fahren. Beim Schriebmachen. Das reicht.

Im Vorjahr gab es ja Bekanntschaft mit der Landschaft, heuer wurde vor allem das Rundstreckenrennen in Saxen verändert, um’s für’s Publikum noch schmackhafter zu machen.

Wenn man im Cockpit eines Rallyeautos sitz, funktioniert sowohl das Hirn, wie auch die Emotion. Bei dieser Konstellation würde ich dem Hirn doch rund 80 % zubilligen, den Rest gebe ich der Gefühlswelt. Und je länger man Rallye fährt, desto mehr Hirnschmalz setzt sich da durch. Heuer werde ich mich nicht von Gefühlen leiten lassen, den einen oder anderen meiner Konkurrenten den Auspuff zu zeigen, sondern mit Mathematik an meine Aufgabe herangehen: Zusammengezählt wird am Schluß ! Und da möchte ich die Nr. 1 sein !

Im Vorjahr waren bei der Mühlviertel-Rallye die Cracks der ÖM ausgeschlossen, heuer gibt es eine Menge Lenkradkünstler, die mitfighten werden. Ist das ein Handicup ?

Aber nicht wirklich ! Die können sich ihr Süppchen selbst auslöffeln: Wo also die Herren Gassner, Haneder, Grössing und Konsorten herumwieseln, ist mir so was von egal. Für mich zählen nur die Ränge von Huber und Schmollngruber. Und dass ich unfallfrei über die Runden komme. Das Ziel heißt : Titel !

Sehen die Fans also einen „gelähmten“ Sascha Plöderl ?

Nein, wirklich nicht ! Ich werde mein Tempo so zwischen 80 und 100 Prozent meines Könnens ausrichten. Dabei immer die SP-Zeiten meiner beiden Hauptgegner im Auge behalten. Klar möchte ich dabei öfters Schmollngruber bügeln und auch den Huber
ärgern. Doch die beiden sind es ja, die mich überholen müssen, um noch eine Chance auf den Titel zu haben.

Ist es ein vergrößerter Druck, vor einer Menge Freunde und Familienmitglieder anzugasen ?

Eher nicht ! Zu wissen, da draussen stehen 100 oder 200 Plöderl-Fans, ist, solange man im Cockpit sitzt, so was von Wurst, erst dann, wenn’st ins Ziel kommst, freuen sich entweder alle mit Dir, wenn Du gut warst, oder sie versuchen Dich zu trösten, wenn’st an Scheiß’ gebaut hast.

Gibt es Veränderungen in der Technik, da bekanntlich das Auto vergangenen Samstag beim Testtag im Mühlviertel gestreikt hat ?

Nur das Übliche : Wir hatten in Pregarten einen spürbaren Leistungsverlust des Motors festgestellt. Das könnte im Bereich der Benzinzufuhr liegen. Noch wissen wir die Fehlerquelle nicht. Aber meine Boys werden das finden: Beide Mechaniker des Grabner-Teams sind Spitzenklasse. Sonst wurden Teile gewechselt, die wir stark verschlissen haben. Wie z.B. Kolben, Lager usw.

Wer sind Deine großen Gegner am kommenden Samstag ?

Das sind 4 Teams mit den Piloten Schmollngruber auf einem Renault Megane Gruppe A, Markus Huber mit seinem Mitsubihsi EVO III und eventuell noch der Niederösterreicher Franek mit einem Honda Civic Type R. Auch den jungen Danzinger aus der OM darf man nicht übersehen, der mit einem Gruppe-A-VW Golf KitCar anrückt. Aber Franek und Danzinger sind hinsichtlich des Championats so weit weg und daher nicht für mich wesentlich, aber sie haben Chancen, viele Punkte in der ARC-Wertung einzusacken.
Ich sehe eher ein Duell der TRT-Cracks intern auf uns zukommen : Schmollngruber gegen Huber, wobei der Niederösterreicher, dessen Motor ja komplett revidiert wurde, nach dem Motorschaden in Kärnten mit seinem leichten Fronttriebler auf Asphalt sauschnell ist.
Könnte sein, dass sich diese beiden in eine Hetzjagd einlassen, wo ich letztendlich der „Lachende Dritte“ sein könnte !
Sascha Plöderl
Redakteur: Claus-Peter Pozdnik
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